Das ist Corvetteland – Vette2Corse

Mit einer Corvette C3 von 1977 und einer C4 von 1985 von Stuttgart über den Gotthard nach Korsika und zurück.
Ein Roadtrip auf einer der schönsten Inseln der Welt. Wenn aus einem Kindheits- und Jugendtraum Realität wird – und der beste Freund mit derselben Leidenschaft an der Seite fährt.

Text & Fotos: Thilo von Grafenstein

Ich weiß noch genau, wann Korsika aufgehört hat, nur ein Urlaubsziel zu sein. Es war nicht am Strand, nicht bei einem Blick von irgendeinem Aussichtspunkt und auch nicht beim ersten Glas Wein am Abend – es war auf der Straße.

Wenige Kilometer hinter Bastia ist der Verkehr plötzlich weg. Die Insel öffnet sich, links steht das Meer im Licht, aus der Macchia kommt dieser warme, würzige Duft, den man kaum beschreiben kann, aber sofort wiedererkennt. Vor mir liegt eine Fahrbahn, die wirkt, als hätte jemand sie nicht einfach geplant, sondern für alte Sportwagen gezeichnet: weit einsehbare Kurven, sauberer Belag, Rhythmus statt Hektik.

In meiner Corvette C3 von 1977 wird man von unten gekocht und von oben durch die Glasdächer gegrillt. Der kleine Komfortrest heißt Fensterstellung, der Soundtrack kommt aus acht modernen Lautsprechern, der eigentliche Bass aber aus dem V8 unter der langen Haube. Im Rückspiegel taucht Martins C4 auf, Baujahr 1985, blauer, moderner, kühler, schneller. Über CB-Funk hängen wir zusammen wie zwei Trucker aus einem alten Burt-Reynolds-Film.

Und genau in diesem Moment ist klar, warum ich über Jahre zu meiner Frau gesagt hatte: Korsika ist Corvetteland.
Die Idee dazu war nicht neu. Neu war nur, dass wir sie endlich ernst genommen hatten. Zwei Freunde seit der Schulzeit, zwei Corvette-Generationen, zwei erfüllte Träume auf eigener Achse: von Stuttgart durch den Schwarzwald, über die Alpen, über die alte Gotthardstraße, weiter nach Savona und mit der Nachtfähre nach Bastia. 3.500 Kilometer sollten es am Ende werden. Aber an diesem Morgen auf Korsika zählte erst einmal nur die nächste Kurve.

Korsika ist Corvetteland – wie aus einer Idee ein Plan wurde

Der Satz war schon länger da. Immer wenn ich mit meiner Frau und später mit der Familie auf Korsika unterwegs war, kam er irgendwann wieder: Diese Insel müsste man einmal mit der Corvette fahren. Nicht als Show, nicht als Ausfahrt zum Eiscafé, sondern richtig. Mit der langen Anreise, dem Warten auf das Boarding am Fährhafen, dem Organisieren des Gepäcks und allem, was dazugehört.

Korsika hat diese seltene Mischung, die in einem normalen Alltagsauto fast zu beiläufig wirkt: weit einsehbare, perfekt angelegte Straßen mit herrlichen Kurvenradien und -neigungen und einer einzigartigen Aussicht. Es geht nicht nur um Fortbewegung, sondern ums Fahren.

Im Jahr 2025 wurde aus diesem Gedanken zum ersten Mal ein konkretes Gespräch. Die Familie Fix war bei uns zu Besuch, und wie so oft ging es irgendwann um die Frage, wohin der nächste gemeinsame Urlaub führen könnte. Für meine Frau und mich war Korsika längst unser Urlaubsziel Nummer eins. Die Familie Fix war noch nie dort. Wir erzählten von der Insel, von den Stränden, den Bergen, den Orten – und natürlich von diesen Straßen.

Martin und ich kennen uns seit der Schulzeit. Wir haben vieles kommen und gehen sehen, aber die Freundschaft ist geblieben. Und irgendwann stand zwischen Urlaubsplänen, Kindern und Alltag plötzlich diese Idee im Raum: Korsika. Mit den Corvettes.

Den entscheidenden Satz sagten nicht wir. Den sagten unsere Frauen: Dann macht das doch. So einfach kann ein Traum plötzlich klingen, wenn ihn jemand anderes ausspricht.

Ganz so einfach war es natürlich nicht. Aus einem spontanen „Dann macht das doch“ wurde über den Winter ein Plan, der irgendwie zu zwei Familien mit vier Kindern, zwei alten Corvettes und einem normalen Ferienkalender passen musste. Anfang 2026 wurden aus Gedanken Buchungen, aus Buchungen feste Daten und aus festen Daten diese angenehme Unruhe, die entsteht, wenn ein Traum plötzlich einen Abfahrtstermin hat.

Damit war die Reise nicht mehr nur eine dieser Ideen, über die man bei gutem Essen spricht und die später wieder im Alltag verschwindet. Sie stand im Kalender. Und damit begann der Teil, den jeder kennt, der ein altes Auto nicht nur besitzen, sondern wirklich benutzen will: die Vorbereitung.

Aus Sonntagsautos werden Reiseautos

Meine C3 war bis dahin eher ein Schönwetterauto gewesen, ein Auto für freie Sonntage, trockene Straßen und kurze Fluchten aus dem Alltag. Für Korsika musste sie mehr können: Alpen, Hitze, lange Etappen, Serpentinen und tausende Kilometer auf eigener Achse.

Gekauft hatte ich sie 2018, nach Jahren, in denen der Wunsch immer da war und irgendwann die Möglichkeit dazukam. Ich wollte genau diese Form: eine Softbumper-C3 mit steiler Heckscheibe. Damit war die Suche eng genug, um schwierig zu werden, aber klar genug, um nicht beliebig zu sein. Am Ende wurde es eine 1977er, mein Geburtsjahr. Gefunden in München, bei einem privaten Sammler, unverbastelt, rostfrei, weitgehend original und mit genau jener Patina, die man nicht nachträglich kaufen kann.

Mein Anliegen war von Anfang an, diese Corvette original zu halten und sie so zu restaurieren, wie sie vor knapp 50 Jahren vom Band gelaufen ist. Eine Ausnahme gab es allerdings: die Musik.

Die C3 bekam vor zwei Jahren moderne Lautsprecher- und Verstärkertechnik, von außen nahezu unsichtbar, aber unterwegs nicht zu überhören. Selbst geschraubt, ein bisschen wie früher im ersten Auto – nur diesmal ohne 30-Zentimeter-Bassröhre im Kofferraum, sondern mit aktueller, flacher Neodymtechnik.

Denn Musik ist auf so einer Reise kein Beiwerk. Sie ist der Teil, der sich später mit den Bildern verbindet, mit Gerüchen, Straßen, Müdigkeit, Licht, Gesprächen über Funk und diesem einen Blick aufs Meer hinter der nächsten Kurve. Ich hatte mir vor der Abfahrt eine lange Korsika-Playlist gebaut. Nicht nur alte Lieblingsstücke, sondern auch neue, noch unbekannte Musik, die erst durch die Reise ihre Bedeutung bekommen sollte. Martin hatte seine Musik auf einem USB-Stick dabei, per FM-Transmitter auf das originale Bose-Aktivsystem von 1985 geschickt. Uns war klar: Wenn diese Reise funktioniert, dann wird ihr Soundtrack später nicht mehr von ihr zu trennen sein.

Martin hatte seine C4 2023 gekauft. Auch bei ihm war es nicht die erste Begegnung mit dem Thema Corvette, sondern eher die späte Erfüllung eines alten Wunsches. Ein erster Anlauf mit einer anderen C4 war noch gescheitert, weil sich die Geschichte des Autos als weniger sauber herausstellte, als sie zunächst wirkte. Danach wurde genauer gesucht, und schließlich fand er bei Nürnberg eine 1985er C4 in Two-Tone-Blau, weitgehend original, mit niedriger Laufleistung und sogar noch funktionierendem Bose-System.

Während meine C3 aus der Welt der späten Sechziger kam, stand Martins C4 für den großen Schritt in die nächste Corvette-Generation: flacher, moderner, technischer und von Anfang an mehr Reisewagen als mein altes Schönwetterauto.

Technisch bekam die C3 vor der Abfahrt das, was sie brauchte, ohne daraus ein zweites Restaurierungsprojekt zu machen. Reifen und Schläuche wurden erneuert, Flüssigkeiten gewechselt, Ersatzrad und Wagenheber reaktiviert. Die Klimaanlage bekam noch eine Chance, verabschiedete sich aber im Grunde schon vor der Abreise wieder aus dem Kreis der verlässlichen Reisebegleiter. Korsika würde also nicht klimatisiert werden, jedenfalls nicht in der C3.

Martins C4 kam zur Vorbereitung in die Fachwerkstatt und erhielt eine umfangreiche Inspektion. Der linke Scheinwerfer und die nicht mehr funktionierende Fahrerseitenscheibe mussten instand gesetzt werden. Ansonsten war alles bereits an Bord.

Eine Woche vor der Abfahrt begann das Packen. Die C4 mit ihrer großen Glasgepäckklappe machte es Martin vergleichsweise leicht. Auf dem Chromgepäckträger der C3 saß für zusätzlichen Stauraum bald ein wetterfester Samsonite-Hartschalenkoffer, befestigt mit zwei Spanngurten. Für Werkzeug und Material nahm ich einen alten Laptoprucksack. Nicht, weil man mit einer Panne rechnet, sondern weil man mit einem fast 50 Jahre alten Auto respektvoller reist.

Die Corvettes standen nun anders in der Garage. Nicht schöner als vorher, aber ernster. Als hätten sie verstanden, dass sie nicht mehr nur zum Anschauen da waren.

Auf eigener Achse

Am Donnerstag vor dem Pfingstwochenende rollen wir früh in Schwieberdingen bei Ludwigsburg los. Über CB-Funk bleiben wir verbunden, was im Jahr 2026 fast absurd analog wirkt und gerade deshalb perfekt zu dieser Reise passt. Keine App, kein Gruppenchat, keine ständig blinkende Oberfläche; man drückt eine Taste, spricht, lässt los. Auf offener Straße reicht das erstaunlich weit, und für zwei alte Freunde in zwei alten amerikanischen Sportwagen braucht es an diesem Morgen nicht mehr.

Die ersten Kilometer führen über Landstraßen Richtung Schwarzwald. In Bad Wildbad halten wir für Kaffee und Frühstück. Noch ist alles frisch, die Straßen sind leer und der Verkehr hält sich zurück. Für einen Moment wirkt die Planung besser, als sie tatsächlich ist. Schon am ersten Halt zeigt sich, dass die mit KI vorbereitete Route Schwächen hat: Ein geplanter Stopp existiert nicht, ein anderes angebliches Restaurant entpuppt sich als keines. Später werden wir noch öfter feststellen, dass künstliche Intelligenz erstaunlich schnell schöne Pläne bauen kann, aber nicht zwingend gute Pausen.

Was mir an diesem Morgen deutlicher auffällt als erwartet: Allein in einem alten Auto zu reisen, verändert den Ablauf. Ich bin schon einige Roadtrips über Landstraßen gefahren, aber fast immer mit Beifahrer. Mit jemandem, der nebenbei einen Ort sucht, eine Ausweichroute prüft, ein Café findet oder eine Karte liest, während man selbst fährt. Jetzt muss ich führen und fahren zugleich. Es funktioniert, aber es fordert mehr Aufmerksamkeit, als man vorher einkalkuliert.

Der Schwarzwald macht es uns trotzdem leicht. Über Freudenstadt, vorbei an Baiersbronn und weiter Richtung Schiltach finden wir langsam in den Tag. Die Straßen sind schön, der Verkehr bleibt gering, die Temperaturen angenehm. Mittags sitzen wir im Freien, irgendwo oberhalb der Täler, und zum ersten Mal fühlt sich die Strecke nicht mehr nach Planung an, sondern nach Reise. Danach geht es weiter über Höhenstraßen, durch kleine Orte und bekannte Namen Richtung Donaueschingen. Die Donauquelle, liebe Verwandtschaft, Kaffee – solche Zwischenstopps sind es, die aus Kilometern Erinnerung machen.

Es klickt im CB Funk und Martin fragt: „Sag mal, blinkst du eigentlich nie?“ Bei einem Tankstopp zeigt sich: Die hinteren Blinker meiner C3 funktionieren nicht. Das erklärt die eine oder andere Lichthupe beim Spurwechsel. Im Auto selbst gibt es keinen deutlichen Hinweis darauf, kein Warnsymbol, kein Bing und auch kein schneller klackendes Relais. Wieder so ein Moment, in dem ein altes Auto sagt: Ich teile dir nicht alles mit. Du musst schon selbst aufmerksam bleiben. Ersatzbirnen gibt es an der Tankstelle, allerdings nur in weiß statt in gelb. So blinkt die C3 nun erst mal weiß – zumindest besser als gar nicht.

Nach der Grenze zur Schweiz machen wir Kilometer. Wolkenloser Himmel und Höhensonne.  Es geht über die Autobahn, vorbei an Zürich, Zugersee und Vierwaldstättersee. Die Landschaft wird größer, die Tunnel häufiger, die Reise ernster. Mit jedem Tunnel zeigt sich eine weitere Eigenheit der C3: Die unterdruckgesteuerten Klappscheinwerfer tun, was sie sollen, nur der linke wirkt beim Ausfahren zunehmend müde. Kein Defekt, kein Drama, eher ein leichtes Räuspern alter Technik.

Am Abend erreichen wir Wassen. Das Hotel im Ort ist unser erstes Etappenziel, und bis hierher haben beide Autos ihren Job gemacht. Die C4 läuft tadellos, kühl und gelassen. Die C3 ist ebenfalls zuverlässig, aber körperlicher. In ihr wird man von unten gekocht und von oben durch die Glasdächer gegrillt. Nach einem halben Tag habe ich gelernt, bei welcher Geschwindigkeit welches Fenster wie weit offen sein muss, damit aus Hitze, Windgeräuschen und V8-Klang ein erträglicher Kompromiss wird.

Genau dafür waren wir losgefahren: nicht weil es bequem ist, sondern weil es sich echt anfühlt.

Über den alten Gotthard – Tremola, Transit & Fähre

Der zweite Tag beginnt früh. Von Wassen aus fahren wir über Göschenen in den Gotthardpass ein, und oben wartet dieses kleine Glück, das man nicht planen kann: Die alte Gotthardstraße ist an diesem Morgen, dem 22. Mai, gerade für die Saison geöffnet worden. Für uns liegt die Tremola bergab Richtung Airolo, mit historischem Kopfsteinpflaster, freier Strecke und wenig Verkehr.

Die Tremola ist nicht einfach eine alte Nebenstraße. Sie ist die historische Gotthard-Passstraße auf der Tessiner Seite, rund vier Kilometer Kopfsteinpflaster, 24 Kehren und etwa 300 Höhenmeter zwischen Passhöhe und Airolo. Bis 1951 war sie die alte Hauptverbindung über den Pass, danach übernahm die neue Gotthard-Passstraße den Verkehr. Spätestens seit der Eröffnung des Gotthard-Straßentunnels 1980 ist der Pass für den Transit eigentlich nicht mehr nötig. Umso schöner ist es, dass diese Straße noch befahrbar ist.

Wir sind fast allein und bekommen überraschend Gesellschaft von einem Maserati Mistral 4.0 Coupé von 1969. Die Straße bedient alle Sinne, die Zeit spielt keine Rolle. Im ersten Automatikgang rollen wir mit wenigen Kilometern pro Stunde talwärts Richtung Airolo. Stein unter den Reifen, warme Bremsen, kurze Funksprüche und dieses seltene Gefühl, dass eine Straße nicht nur befahren, sondern erlebt werden will.

Unten wird die Reise wieder schneller. Bellinzona, Lugano und der Lago di Como bleiben links liegen, dann übernehmen die Autobahnen Italiens.

In Savona rollen wir noch vor der großen Pfingsturlaubswelle ein. Die Küste zeigt sich hier nicht als Postkarte, sondern als Mischung aus Strand, Hafen, Containerschiffen, Industrie und diesem Kaffee, den Italien einfach besser kann. Beim Check-in zur Fähre beginnen die Gespräche von selbst: Wo kommt ihr her? Wo wollt ihr hin? Was sind das für Baujahre? Fotoanfragen gehören längst dazu.

Am Abend wartet Corsica Ferries. Und irgendwo hinter dem Wasser liegt der Grund, warum wir überhaupt losgefahren sind.

Endlich Corvetteland

Kurz nach acht Uhr rollen wir in Bastia von der Fähre. Wir entscheiden uns zunächst für die schnellere Route Richtung Île-Rousse. Nach wenigen Kilometern wird es entspannt. Der Verkehr lichtet sich, die Straße öffnet sich, links taucht immer wieder das Meer auf. Und dann ist er wieder da, dieser Duft. Macchia, warme Luft, Meer, etwas Trockenes, Würziges, das man sofort erkennt, wenn man schon einmal hier war. In einem modernen Auto bleibt vieles außen vor. In unseren Corvettes kommt es hinein: durch Lüftung und Fenster, durch fehlende moderne Filterung und durch jede Ritze, die fast 40 bzw. 50 Jahre alte Autos eben haben. Korsika fährt mit.

Der erste Kaffeestopp nahe Île-Rousse bietet einen herrlichen Ausblick und eine wohlverdiente Pause, dann geht die Reise weiter Richtung Süden nach Galeria zur Mittagspause. Dieser Abschnitt beschenkt uns mit einer freien Straße, die uns in einen wunderbaren Fahrflow bringt. Weit einsehbare, perfekt angelegte Straßen mit herrlichen Kurvenradien und -neigungen und einer einzigartigen Aussicht laden zur Ideallinie, zur Idealgeschwindigkeit und zum breitesten Grinsen in einer Corvette ein. Schon nach wenigen Stunden auf der Insel werden wir für alle Strapazen der Vorbereitung belohnt.

Der letzte Abschnitt des Tages führt uns durch die Calanche di Piana. Eine dieser Straßen, bei denen die Landschaft fast zu groß für den Moment wirkt. Roter Granit, steile Felsen, Meer weit unten, enge Passagen, Aussichtspunkte, Licht und Schatten. Wir passieren den Tête du Chien, das „Herz“ und den Eselspfad und erreichen unser Ziel Cargèse. Als wir dort ankommen, liegen rund 350 Kilometer Insel hinter uns.

Bis hierher haben uns die Corvettes nicht nur nach Korsika gebracht. Sie haben sich die Insel verdient.

Zwei Generationen, zwei Charaktere

Nach dem ersten Tag auf der Insel lässt sich zum ersten Mal wirklich sagen, wie unterschiedlich diese beiden Corvettes reisen. Auf dem Papier liegen nur acht Jahre zwischen ihnen, unterwegs wirkt es manchmal wie eine ganze Epoche.

Die C3 ist die ältere, sinnlichere, körperlichere von beiden. Man sitzt tief, schaut über diese lange Haube und spürt ständig, dass hier noch vieles direkt passiert. Nicht unbedingt präzise nach modernen Maßstäben, aber ehrlich. Die Lenkung, das Fahrwerk, die Geräusche, die Wärme, die Bewegungen der Karosserie – alles spricht mit. Man muss zuhören.

Auf Korsikas Straßen funktioniert sie besser, als man ihr vielleicht zutrauen würde. Die nachgerüsteten Clamshell-Sitze aus einer späteren C3 machen auf langen Etappen einen deutlichen Unterschied, gerade bei meiner Körpergröße von 1,90 Meter. Die 15-Zoll-Räder mit ihren 225/70er Reifen erinnern in schnell gefahrenen Kurven daran, dass Seitenführung früher anders aussah als heute. Man spürt, wie die Reifen arbeiten, wie sie sich setzen und wie das Auto unter Lastwechseln kurz nachdenkt. Unsicher wird es dabei nie. Die C3 lässt sich sauber platzieren.

Die C4 fährt anders. Satter, flacher, moderner. Sie wirkt von Anfang an mehr auf Fahrdynamik sortiert, weniger auf große Geste. Wenn Martin in den kurvigen Abschnitten seinen Rhythmus findet, muss ich in der C3 arbeiten, um dranzubleiben. Nicht kämpfen, aber konzentriert fahren. Die C4 liegt ruhiger, nimmt schnelle Richtungswechsel selbstverständlicher und vermittelt mehr Reserven. Sie ist die Corvette, die schon klar in Richtung moderner Sportwagen denkt.

Trotzdem gewinnt sie nicht automatisch, denn die C3 hat etwas, das sich schwer messen lässt. An Tankstellen, auf Parkplätzen und an Aussichtspunkten zieht sie die Blicke zuerst auf sich. Kinder drehen sich nach ihr um, Menschen fragen nach dem Baujahr, nach dem Motor, nach der Reise. Vielleicht liegt es an der Form, an der langen Haube, den Klappscheinwerfern, der schwarzen Silhouette, vielleicht einfach daran, dass sie aussieht wie etwas, das heute niemand mehr bauen würde.

Die C4 ist das bessere Reiseauto. Die C3 ist das größere Ereignis.

Am Ende des ersten Korsika-Tages sind wir uns einig: Beide Autos gehören hierher. Nur auf unterschiedliche Weise.

Cargèse, Familie und die leeren Straßen am Abend

Am Pfingstsonntag kommen unsere Familien nach. Während Martin und ich über Schwarzwald, Gotthard, Savona und Bastia nach Korsika gefahren sind, haben unsere Frauen mit den Kindern am Pfingstwochenende die stauärmere Variante über Frankreich, Toulon und Ajaccio gewählt.

Ab diesem Moment verändert sich die Reise. Aus dem Roadtrip zweier Freunde wird ein Familienurlaub, ohne dass die Corvettes ihre Rolle verlieren. Im Gegenteil. Sie stehen nun nicht mehr nur als unsere Autos vor den Ferienhäusern in Cargèse, sondern werden Teil der Tage: Kulisse, Gesprächsanlass, Shuttle zum Abendessen und Versprechen für eine kurze Runde am Abend.

Die erste Woche wohnen wir in der Nähe von Cargèse. Die Calanche di Piana liegt nah genug, um mehr als einmal dorthin zurückzukehren. Wir wandern zum Tête du Chien, gehen den Eselspfad, fahren erneut zwischen den roten Felsen entlang und halten für Fotos dort, wo Licht, Fels und Auto zusammenpassen. Mit der Drohne entstehen Aufnahmen, die genau das zeigen, was sich beim Fahren schon so richtig angefühlt hatte: Diese Autos wirken auf Korsika nicht deplatziert. Sie setzen einen Gegenpunkt zur Landschaft, aber keinen Fremdkörper.

Tagsüber bleibt das Fahren ohne Dächer begrenzt. Ende Mai ist es auf dem Papier noch angenehm, irgendwo bei 26 oder 27 Grad. In den Corvettes fühlt sich direkte Sonne trotzdem schnell anders an: Offen fahren klingt romantischer, als es mittags auf Korsika wirklich ist.

Abends dagegen passt alles. Dann sind die Straßen leerer, die Hitze verliert ihre Härte und die Insel kommt durch die offenen Dächer ins Auto. Der Duft der Macchia liegt schwerer in der Luft, irgendwo unten rauscht das Meer, und wenn der V8 an den Felswänden entlangläuft, kommt der Klang als Echo zurück. In solchen Momenten braucht es keine große Strecke. Eine Fahrt zum Restaurant am Strand reicht. Ein Kind auf dem Beifahrersitz, irgendwo zwischen Aufregung und Festhalten, ein kurzer Blick zur Seite, weil sich wieder eine Kurve öffnet.

Das sind keine spektakulären Momente im klassischen Sinn. Kein Pass, keine Fähre, keine große Etappe. Aber sie bleiben hängen, vielleicht gerade deshalb. Die Kinder wechseln sich als Beifahrer ab, stellen Fragen, hören zu, schauen raus. Und aus den Autos, die lange ein persönlicher Traum waren, wird für ein paar Tage etwas, das alle miterleben.

Cargèse gibt der Reise diesen ruhigeren Mittelteil. Nach der langen Anreise und dem ersten Rausch auf den Straßen der Westküste müssen wir nirgends mehr ankommen. Wir sind da. Die Autos stehen vor der Tür, das Meer ist nah, die nächste Kurve auch. Manchmal ist genau das der größte Luxus.

Durchs Landesinnere

Nach einer Woche wechseln wir die Seite der Insel. Von Cargèse geht es nach Sari-Solenzara an die Ostküste. Auf Korsika bedeutet es: Kurven, Höhenmeter, Wald, Bergstraßen, kleine Orte und immer wieder diese Momente, in denen man vergisst, wie langsam man eigentlich vorankommt.

Die Strecke führt uns durch das Landesinnere, vorbei an Monte d’Oro und Pietrosa, über Straßen, die eher führen als verbinden. Für die Corvettes ist das ein Fest, für die Kinder nicht immer. Besonders wenn man mit fünf Jahren tief in einem alten amerikanischen Sportwagen sitzt und der Blick nach draußen begrenzt ist, bekommt der Begriff „kurvenreiche Strecke“ irgendwann eine sehr körperliche Bedeutung. Aus drei Stunden werden vier, und Korsika erinnert einen gelegentlich daran, dass nicht jeder Mensch automatisch für Beifahrerlebnisse in einer Corvette gemacht ist.

Von Sari-Solenzara aus führt uns der erste größere Ausflug wieder in die Berge, über den Pass nach Quenza und weiter in Richtung Bavella. Die Straße arbeitet sich in Serpentinen nach oben, langsam, eng, mit viel Lenkarbeit und wenig Fahrtwind. Genau hier zeigt sich, ob die Vorbereitung der C3 mehr war als ein gutes Gefühl.

Die Wassertemperatur steigt etwas an. Nicht dramatisch, aber sichtbar genug, um den Blick öfter zum Instrument wandern zu lassen. Das Kühlsystem ist im Kern original, der Viskolüfter läuft permanent, der Kühler selbst ist noch der erste, vor der Reise gespült und geprüft. Bergauf, langsam, warm, mit 5,7 Litern V8 vor der Spritzwand – das ist kein Laborwert, sondern Realität.

Aber die C3 bleibt ruhig. Sie wird warm, sie arbeitet, sie zeigt es auch, aber sie überhitzt nicht. Genau solche Momente schaffen Vertrauen. Nicht weil ein altes Auto vorgibt, neu zu sein, sondern weil es ehrlich zeigt, was gerade passiert, und trotzdem weiter seinen Dienst tut.

Die C4 macht währenddessen das, was sie auf dieser Reise oft macht: Sie nimmt die Aufgabe zur Kenntnis und bleibt unbeeindruckt. Temperatur, Serpentinen, Steigung, Stop-and-go – Martin fährt, die C4 läuft. Manchmal ist Zuverlässigkeit fast langweilig. Auf einer Reise wie dieser ist genau das ein Kompliment.

Oben wird die Landschaft rauer, grüner, kühler. Die Ostküste liegt hinter uns, die Berge stehen vor uns, und wieder zeigt Korsika eine andere Seite. Nicht mehr rote Felsen und Meerblick wie bei Piana, sondern Wald, Passstraße, Schatten, Licht und der Geruch von heißem Kühlwasser nach einer langsamen Bergfahrt.

Das klingt dramatischer, als es ist. Nach solchen Passagen kocht die C3 einen Teil des Kühlwassers in den Überlaufbehälter, wie alte Technik das eben tut, wenn sie gearbeitet hat. Kein Defekt, eher ein Lebenszeichen. Sie zeigt Temperatur, sie zeigt Anstrengung und fährt weiter.

Vielleicht passt genau das besser zur Corvette, als man ihr in Europa manchmal zutraut. Sie macht nicht nur auf dem Times Square oder auf einem breiten Boulevard eine gute Figur. Eine Corvette ist Highways, Staub, Death Valley und Alaska. Brock Yates fuhr 1976 für Car and Driver mit einer Corvette Richtung Alaska; der Stoff wurde später als „Yukon Corvette“ legendär. Gegen diese amerikanische Spannweite ist Korsika keine Zumutung.

Eher ein ziemlich gutes Revier.

Vor 50 Jahren: „Northwest Passage“ von Brock Yates, Foto von Jim Williams, März Ausgabe 1976 „Car and Driver

Bonifacio und die Sache mit dem perfekten Fotospot

Eine der längeren Tagesfahrten führt uns nach Bonifacio an die Südspitze Korsikas. Am Abend vorher hatten wir die KI nach geeigneten Fotospots gefragt. Bonifacio, Corvette, befahrbar, schöner Hintergrund. So ungefähr lautete der Prompt. Die Antworten klangen überzeugend, wie solche Antworten eben klingen, wenn sie sauber formuliert sind und man sie noch nicht mit der Wirklichkeit abgeglichen hat. Vor Ort zeigte sich allerdings schnell, dass einige Vorschläge eher zu einer geländegängigen Corvette gepasst hätten. Oder zu einer mit Hubschrauberfunktion.

Mit 5,7 Litern V8 vor der Windschutzscheibe unterscheidet man befahrbare Straßen und steile Pfade ziemlich zuverlässig. Also machten wir es wieder so, wie man es früher gemacht hätte: Wir fuhren los, schauten uns um, wendeten, hielten kurz an und verließen uns am Ende mehr auf die eigenen Augen als auf einen perfekten Pin in der Karte. Das war nicht besonders effizient, führte aber erstaunlich gut ans Ziel.

Bonifacio macht es einem leicht, beeindruckt zu sein. Die Stadt liegt hoch auf weißen Kreide- und Kalksteinfelsen, oben die Zitadelle mit ihren alten Gassen, darunter der Naturhafen, dazu Wind und dieses tiefe Blau des Meeres, das an der Südspitze der Insel noch einmal anders wirkt.

Die Corvettes parken tagsüber auf einem Parkplatz etwas außerhalb des Zentrums. Während einer Wanderung auf den Klippen entdecken wir schließlich den Punkt, nach dem wir gesucht hatten: Bonifacio im Hintergrund, Licht von der richtigen Seite und genug Raum für beide Autos. Kein KI-Vorschlag, kein perfekter Pin, sondern ein Motiv, das man findet, weil man wirklich dort ist.

Nach der Wanderung und dem Abendessen fahren wir noch einmal hinaus vor die Stadt. Zehn Minuten, mehr ist es nicht. In der Nähe eines Militärgeländes halten wir an, stellen die Corvettes in Position und warten auf diesen kurzen Moment, in dem alles zusammenpasst: die Stadt auf den Felsen, der Himmel im Abendlicht und zwei alte amerikanische Sportwagen vor einer Kulisse, die fast zu groß wirkt, um wahr zu sein.

Es wird eines dieser Fotos, für die man eine Reise nicht plant. Aber eines, das am Ende bleibt.

Abschied von der Insel

Den letzten Tag auf Korsika verbringen wir am Fluss Solenzara. Vormittags sind wir noch einmal in den Bergen am Wasser. Die Kinder baden, wir sitzen im Schatten, und für ein paar Stunden wirkt es so, als müsste man nirgendwo mehr hin. Gleichzeitig ist klar, dass später die Fähre wartet.

Am frühen Nachmittag packen wir zusammen und fahren Richtung Bastia. Diesmal nicht nur Martin und ich mit den Corvettes, sondern gemeinsam mit den Familien und der V-Klasse. Nach den Tagen auf der Insel fühlt sich die Strecke anders an. Nicht mehr wie Ankommen, sondern wie Abschied. Die Autos laufen zuverlässig, Korsika zieht noch einmal vorbei, und irgendwo zwischen Meerblick, Tankstopp und Fährhafen beginnt man innerlich schon, die Reise zu sortieren.

Am Abend rollen wir in Bastia auf die Fähre nach Toulon. Bewusst hatten wir uns gegen die Rückreise über Italien und die Schweiz entschieden. Am Ende der Pfingstferien ist diese Strecke oft genau das, was man nach einem Urlaub nicht braucht: voll, zäh und unberechenbar. Die Route über Frankreich versprach weniger Stress, mehr Autobahn und eine Rückfahrt, die vor allem eines sein sollte: planbar.

Am nächsten Morgen fahren wir in Toulon von Bord. Vor uns liegen lange französische Autobahnen, Mautstationen, Hitze und eine Etappe von rund 700 Kilometern bis hinter Lyon. Die Sonne scheint, die Straße zieht geradeaus, und zum ersten Mal seit Tagen geht es weniger um Kurven als um Reisetempo.

Genau dort zeigen die beiden Corvettes noch einmal sehr deutlich, aus welchen Welten sie kommen.

Frankreich als Prüfstand

Auf Korsika hatten die Corvettes vor allem Kurven, Hitze und langsame Passagen zu bewältigen. In Frankreich stellt sich eine andere Frage: Wie gut reisen sie, wenn die Straße lang, gerade und schnell wird?

Genau hier liegen die Unterschiede der beiden Baureihen offen. Die C3 ist im Kern noch eine Konstruktion aus einer anderen Zeit. Ihre Plattform reicht zurück in die Sechziger, und auch wenn sie 1977 längst gereift war, merkt man ihr an, bei welchem Tempo sie sich am wohlsten fühlt. Mit der Dreigang-Automatik, der langen Haube vor der Scheibe und dem V8 bei moderater Drehzahl ist sie bei 90 bis 100 km/h ganz bei sich. Dort läuft sie entspannt, verbraucht erstaunlich wenig und macht genau das, was man sich unter amerikanischem Cruisen vorstellt.

Jenseits davon verändert sich der Charakter. Bei 110 oder 120 km/h steigt das Drehzahlniveau spürbar, die Windgeräusche nehmen zu, und nach einer Weile merkt man, dass schneller nicht automatisch besser ist. Die C3 kann das, aber sie lädt nicht dazu ein, es dauerhaft zu tun. Irgendwann stellt man den Tempomat wieder auf ein Tempo, das zum Auto passt, und akzeptiert, dass Reisegeschwindigkeit nicht nur eine Zahl ist.

Die C4 fährt in dieser Disziplin anders. Ihr Overdrive-Getriebe senkt die Drehzahl, die Geräuschkulisse bleibt entspannter, das ganze Auto wirkt auf langen Autobahnetappen moderner. Während die C3 bei 100 km/h ihren Frieden findet, läuft Martins C4 auch bei 140 oder 150 km/h noch gelassen dahin. Nicht spektakulär, nicht angestrengt, einfach passend zu einer jüngeren Corvette-Generation.

Für mich ist genau dieser Unterschied spannend. Die C4 ist auf der Autobahn eindeutig das bessere Langstreckenauto. Sie ist schneller, ruhiger, kühler und komfortabler. Die C3 dagegen zwingt einen, das Tempo des Autos anzunehmen. Sie fährt nicht langsam, aber sie erinnert daran, dass sie aus einer Zeit stammt, in der Tempolimits, Ölkrise und Abgasvorschriften auch amerikanische Sportwagen verändert hatten.

Nach rund 700 Kilometern erreichen wir unsere Zwischenstation hinter Lyon. Die Autos sind warm, wir Fahrer müde, und auch die kleinen Beifahrer haben genug Autobahn für diesen Tag gesehen. Das Begleitfahrzeug ist knapp eine Stunde früher an der Ferienwohnung. Dreißig Kilometer pro Stunde mehr Durchschnittsgeschwindigkeit machen sich auf so einer Strecke dann doch bemerkbar.

Was bleibt

Der letzte Reisetag verläuft unspektakulär. Und genau das ist vielleicht das größte Kompliment an beide Autos. Keine Warnlampe, kein ungeplanter Stopp, keine Panne. Nach Alpenpässen, Fähren, korsischen Küstenstraßen, Serpentinen, Hitze und langen Autobahnetappen rollen die C3 und die C4 wieder nach Hause – und das war ihr Auftrag.

Am Ende stehen rund 3.500 Kilometer auf der Reise. Aus zwei alten Corvettes sind keine modernen Autos geworden, aber das war auch nie der Sinn. Sie haben nicht versucht, ihre Eigenheiten zu verstecken. Die C3 blieb heißer, lauter und körperlicher, die C4 kühler, schneller und souveräner. Beide haben geliefert, nur auf sehr unterschiedliche Weise.

Wenn man es nüchtern betrachtet, gewinnt die C4 fast alle praktischen Disziplinen. Sie hat das bessere Fahrwerk, mehr Komfort, mehr Kofferraum, die funktionierende Klimaanlage und das entspanntere Autobahntempo. Sie ist das modernere Reiseauto und zeigt, wie groß der Entwicklungssprung zwischen diesen Corvette-Generationen tatsächlich ist.

Die C3 gewinnt dafür dort, wo sich nichts messen lässt. An Tankstellen, auf Parkplätzen, vor der Fähre, in kleinen Orten und vor roten Felsen ist sie der Gesprächsbeginn. Menschen drehen sich um, Kinder zeigen auf sie, Fremde stellen Fragen. Vielleicht liegt es daran, dass sich ihre Form so deutlich von dem unterscheidet, was heute im Alltag auf den Straßen steht.

Interessiert uns dieser Vergleich am Ende wirklich? Nicht im Geringsten. Martin liebt seine C4 nicht, weil sie meine C3 schlägt. Und ich liebe meine C3 nicht, obwohl sie anstrengender ist, sondern auch genau deshalb. Beide Autos sind erfüllte Träume. Keine Anlageobjekte, keine Garagendekoration, sondern Fahrzeuge, die auf eigener Achse zeigen durften, wofür sie gebaut wurden.

Der größte Dank gehört dabei unseren Frauen. Sie haben diesen Gedanken nicht nur ausgehalten, sondern überhaupt erst in Bewegung gebracht. „Dann macht das doch“ klingt im Rückblick fast beiläufig. Für uns war es der Satz, der aus einer Idee eine Reise gemacht hat.

Wir sind dankbar, dass wir unsere Kinderträume und Jugendlieben fahren und ausgiebig kennenlernen durften. Nicht als Garagentraum, sondern draußen auf der Straße. Real, laut, warm, manchmal anstrengend – und genau deshalb eine Erinnerung fürs Leben.

Technische Daten

Chevrolet Corvette C3 Coupé, 1977

Motor: 5,7-l-V8 Small Block, 350 cui, 180 PS
Antrieb: Frontmotor, Hinterradantrieb, 3-Gang-Automatik
Reifen: original GR70-15, am Reisefahrzeug 225/70 R15
LBH: ca. 4.704 × 1.753 × 1.219 mm
Leergewicht: ca. 1.600–1.630 kg, ausstattungsabhängig
Beschleunigung: 0–100 km/h ca. 8–10 s, abhängig von Motor und Getriebe
Spitze: ca. 185–205 km/h, abhängig von Motor und Getriebe
Grundpreis: 8.647 US-Dollar

Chevrolet Corvette C4 Coupé, 1985

Motor: 5,7-l-V8 L98 Tuned Port Injection, 350 cui, 230 PS
Antrieb: Frontmotor, Hinterradantrieb, 4-Gang-Automatik mit Overdrive
Reifen: P255/50VR16
LBH: ca. 4.483 × 1.803 × 1.186 mm
Leergewicht: ca. 1.450–1.460 kg, ausstattungsabhängig
Beschleunigung: 0–100 km/h ca. 6,0 s
Spitze: ca. 240 km/h
Grundpreis: 24.403 US-Dollar

Bordausrüstung: Werkzeug und Material für unterwegs

Panne und Absicherung
Akku-Handleuchte / Taschenlampe
Arbeitshandschuhe
Warndreieck
Warnwesten
Feuerlöschdecke, vor allem mit Blick auf einen möglichen Vergaserbrand
Feuerlöscher, Schaum und Pulverlöscher
Überbrückungskabel, besonders wichtig wegen Automatikgetriebe
Radmutternschlüssel
Wagenheber

Alte Ersatzteile für den Notfall
Zündkerzen
Keilriemen für die Lichtmaschine

Universal-Hilfsmittel
Draht und Bowdenzug
Kabel für Elektrik
Schrauben und Muttern
Lüsterklemmen
Schellen
Kabelbinder
Sicherungen

Werkzeug
Schraubendreher, Kreuz und Schlitz
Zangen, flach und Kneifzange
Hammer
Zoll-Schlüsselsatz
Zoll-Ratschensatz
Stromprüfer

Sonstiges
Getriebeöl
Motoröl
Reifenpilot
Karosserie-Klebedichtmasse
Hochtemperatursilikon
Schraubenkleber
Vulkanisierband
Isolierband
Panzertape

Neu auf die Liste kommen orangene Blinkbirnen. Unterwegs habe ich weiße Ersatzbirnen an der Tankstelle bekommen.

Thilo von Grafenstein

Ich komme aus der Gestaltung und aus dem Design. Ich arbeite seit mehr als 15 Jahren im Marketing für Unternehmen mit vorwiegend technischen Produkten und komplexen Investitionsgütern. Hier muss man ein Mehrwert für seine Kunden sein.